17
Dez
2012

Stadtwerke Stralsund legen Grundstein für neue Biogasanlage

Bereits im Jahr 2011 investierte die SWS Stadtwerke Stralsund GmbH im Zuge der politischen Energiewende in die Installation von neuen Photovoltaikanlagen. Mit der finanziellen Unterstützung der Bürger erfolgt nun auch der Bau einer neuen Biogasanlage.

 

Mit großen Schritte verfolgt die SWS Stadtwerke Stralsund GmbH die aktive Umsetzung und Mitgestaltung der politischen Energiewende und ist dank des Bürgerdarlehens vieler Kunden, das vom 21. Mai bis 31. August 2012 gewährt werden konnte, diesem Ziel näher gekommen. Schon im Jahr 2011 realisierten die SWS die Installationen von Photovoltaikanlagen auf fünf Schulen, einer Turnhalle und einem Bürogebäude.

 

Dezentrale Energiequellen in der Hansestadt Stralsund

Grund für dieses Vorhaben war der Weltkulturerbe-Status der Altstadt der Hansestadt Stralsund. „Laut Gestaltungssatzung ist es nicht gestattet, auf den Altstadtdächern Photovoltaikanlagen zu installieren. Da das Begehren einer Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern (Hauseigentümern) groß war, sich eine Photovoltaikanlage auf das Dach zu bauen, um damit ihren persönlichen Beitrag zur Energiewende leisten zu können, kam uns die Idee der Schaffung von Ausgleichsflächen,“ erklärt Tarik Kreißel von der SWS GmbH. Mit der Absenkung der Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen am 1. Januar 2012 wurden die Anlagen bereits im Dezember 2011 in Betrieb genommen, „um damit noch die um 25 Prozent höhere Einspeisevergütung zu bekommen.“

 

Die Anlagen besitzen eine Gesamtleistung von 475,51 kWp (Kilowatt-Peak) und „wandeln Sonnenenergien, je nach Anzahl der Sonnenstunden – gerechnet wird mit 900 Stunden im Jahr – in etwa 428.000 kWh elektrische Energien um. Diese Energiemenge reicht bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2.500 kWh (Kilowattstunde) für die Versorgung von rund 171 Haushalten,“ berichtet Kreißel. Die Bürger erhalten somit die Möglichkeit, sich an einer Ausgleichsfläche entsprechend der Fläche ihres Daches über das Bürgerdarlehen an diesen Photovoltaikanlagen zu beteiligen.

 

Der Ausbau einer neuen Biogasanlage beginnt

Die Vorgaben der Bundesregierung und der Zielvorstellungen des Klimakonzepts der Hansestadt Stralsund sollen auch im Zuge des Baus einer neuen Biogasanlage umgesetzt werden. Die Biogasanlage zur Minderung des CO2-Ausstoßes findet ihren Grundstein im Gewerbegebiet Lüdershagen. Bereits im März 2012 wurde das Gebiet nach natur- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen von der Eigentümerin SWS Natur GmbH für den Bau der Biogasanlage vorbereitet. Dazu wurden Maßnahmen zum Schutz der auf dem Grundstück vorhandenen Tiere durchgeführt.

 

Am 07.06.2012 erhielt die SWS Natur GmbH am 07.06.2012 den Zulassungsbescheid nach § 8a Bundes-Immissionsschutzgesetzes für den vorzeitigen Baubeginn, der am 31.08.2012 mit der symbolischen Grundsteinlegung durch Vertreter der Stadtverwaltung, Planer, Projektbeteiligte, involvierte Baufirmen erfolgte. Wie Tarik Kreißel mitteilte, wird die Anlage „im Jahr 2013 ihren Betrieb aufnehmen.“ Neben der Biogasanlage plant die SWS GmbH außerdem Investitionen in Windkraftanlagen zu tätigen. Und bereits jetzt könne man sagen, „diese Art der Finanzierung zu einem späteren Zeitpunkt erneut in Betracht (zu) ziehen, um weitere Projekte gemeinsam mit „unseren Kunden“ erfolgreich umzusetzen.“

Geschrieben von Stella Wilkending in: Kommunen | Schlagwörter: , , , , ,
06
Nov
2012

Nürnberg plant eine Bürgeranleihe

Der Grundsatzbeschluss des Stadtrats steht: Nürnberg plant, einen kommunalen Bürgerkredit einzuführen.

Diese Absicht wurde noch nicht näher konkretisiert, da der zu erwartende Zinssatz derzeit bei etwa 1,1 % liegen würde – was für Anleger nicht die erwartete Rentabilität mit sich bringt und eine zu geringe Nachfrage erwarten lässt. Nürnbergs Stadtkämmerer Harald Riedel will daher abwarten, bis sich das Zinsniveau günstig entwickelt.

Weitere Informationen unter: BR, Aktuelles aus Franken

Geschrieben von Florian Weber in: Allgemeines | Schlagwörter: , ,
18
Okt
2012

Erfolg: Bürgerkredit in Oestrich-Winkel ist finanziert!

Als “tolle Geschichte” bezeichnet Paul Weimann, Bürgermeister der Stadt Oestrich-Winkel, das Bürgerkredit-Modell von LeihDeinerStadtGeld. Anlass dazu ist die vollständige Finanzierung der Feuerwehrausrüstung, die Oestrich-Winkel im Rahmen eines Bürgerkredit-Projekts ausgeschrieben hatte. Die ausgeschriebene Summe von 83.200 EUR wurde binnen 3 Wochen erreicht. Der Welt zufolge hat die Resonanz auf das Angebot die Erwartungen übertroffen.

Aufgrund der positiven Resonanz sieht die Stadt Oestrich-Winkel der nächsten Stufe, der Finanzierung weiterer Feuerwehrausrüstung, positiv entgegen.

 

Quelle: Die Welt

Geschrieben von Florian Weber in: Allgemeines | Schlagwörter: , ,
09
Okt
2012

Bürgerkredite in Millionen-Höhe: Das Beispiel Quickborn

Die Stadt Quickborn gehört zu den ersten deutschen Kommunen, die sich aufgrund von  Finanzschwierigkeiten Geld von ihren Bürgern lieh. Eine schöne Sache, doch das Projekt blieb nicht ohne Probleme.

 

Weil die Kommune Quickborn nahe der Hansestadt Hamburg 2009 unter einem heftigen Haushaltsdefizit litt, galt es neue Wege der Kommunalfinanzierung zu finden. Schulen mussten restauriert und neu gebaut werden, eine neue Feuerwehrwache sollte es ebenfalls geben. Rund 40 Millionen Euro wurden allein für zwei neue Schulen veranschlagt. Nach einer Bürgerversammlung war eine bis dahin wohl einzigartige Idee geboren, für Kommunen Gelder zu erhalten: Der Bürgerkredit. Die Bürger der 20.000 Einwohner-Stadt gewährten bereitwillig ein Darlehen. Vier Millionen Euro kamen binnen kürzester Zeit zusammen. Bis zu 3 % Zinsen versprach die Stadt Quickborn im Jahr. “Es ist eine Win-win-Situation”, erklärte Thomas Köppl, Bürgermeister der Kleinstadt in Schleswig-Holstein. 75 Menschen gewährten der klammen Stadt einen Kredit mit einem Mindestbetrag von 5.000 Euro. “Die Leute finden es gut, ihrer Stadt Geld zu leihen”, erklärte der Bürgermeister weiter. Die Menschen können sich direkt an den Projekten einer Stadt beteiligen und identifizieren sich dadurch mehr mit den Belangen ihrer Heimat.

 

Die Problematik mit dem Bürgerkredit in Quickborn

Die Rechnung hatten die Stadt Quickborn und ihre Bürger allerdings ohne die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gemacht. Denn: Kommunen dürfen keine derartigen Bankgeschäfte durchführen, eine Genehmigung hätte zuvor eingeholt werden müssen. Aufgrund der fehlenden Banklizenz wurde der Geldhahn zunächst zugedreht.

Mit der Bank für Investments und Wertpapiere (BIW) im rheinländischen Willich konnte das Projekt dennoch realisiert werden. Diese sammelte über die Internetseite Heimatinvest die Darlehen der Bürger, die anschließend in einem Kredit an die Stadt weitergegeben wurden. Mit der Unterstützung der BIW wurde ein zweiter Anlauf gestartet, der erneut einige Millionen Euro einbringen sollte. Vom 08.03. bis zum 20.3.2010 konnten die Kreditgeber zwischen zwei Darlehensmodellen wählen – einer mit zwei Jahren Laufzeit und 1,5 % Zinsen p.a., einer mit fünf Jahren Laufzeit und 2,6 % Zinsen p.a.

 

Hintergrund der neuen Kommunalfinanzierung

Wenn Kommunen und öffentliche Unternehmen heutzutage Darlehen von ihren Bürgern erhalten, ist das zwar noch lange keine Norm in Deutschland, doch diese Art der Kommunalfinanzierung wird immer beliebter. Grund für die steigende Fremdfinanzierung in vielen Kommunen ist der wachsende Finanzierungsdruck. Während der kommunale Investitionsbedarf zwischen 2006 und 2020 auf etwa 704 Milliarden Euro geschätzt wurde, wird die traditionelle Kreditfinanzierung durch Bankinstitute für Kommunen und öffentliche Unternehmen immer schwieriger. Zum einen zogen sich einige Kreditinstitute im Zuge der weltweiten Finanzkrise aus dem Geschäft der Kommunalfinanzierung weitestgehend zurück. Zum anderen sorgt Basel III für verschärfte Bedingungen bei der Kreditvergabe.

Geschrieben von Stella Wilkending in: Kommunen | Schlagwörter: , , , ,
30
Sep
2012

Nicht jeder Bürgerwindpark ist ein Bürgerwindpark

Was ist ein Bürgerwindpark? Richtig, ein Windpark, an dem man sich als Bürger finanziell beteiligen kann.

Eine sehr weites Verständnis von einem Bürgerwindpark zeigt vor diesem Hintergrund die Stadt Pegnitz im bayerischen Oberfranken. Dort baut man einen “Bürgerwindpark”, der komplett von einem Eigenbetrieb der Stadt übernommen, finanziert und betrieben wird.

Wo sind also die Bürger? Die Stadt Pegnitz erklärt das so:

“Die Energiewende erfolgt mit einer 100 %-igen Bürgerbeteiligung. Dies wird durch die Übernahme, die Finanzierung und den Betreib des Windparks erreicht. Dadurch sind alle Bürger im Rahmen des Gesamthaushalts beteiligt. Die Teilhabe der Bürger und somit die Gemeinwohlbindung ist durch die Trägerschaft der Kommune gewährleistet.”

Ob die Bürger der Stadt Pegnitz durch ihre “Teilhabe” wohl auch Zinserträge bekommen?

 

Quelle: http://www.pegnitz.de/Start.aspx?rssid=14386AB2-4C8B-4557-98DF-C4A4FEB0A14A

Geschrieben von Florian Weber in: Allgemeines | Schlagwörter: ,
26
Sep
2012

0,76% für Oestrich-Winkel

Mit dem 26.09.2012 hat die Zeichnungsphase für den Bürgerkredit der Stadt Oestrich-Winkel (wir berichteten) begonnen. Wie LeihDeinerStadtGeld berichtet, ist mit der ersten Tranche ein Anlagevolumen von 83.200 EUR verfügbar, mit einer Verzinsung von 0,76% p.a. bei einer Laufzeit von 6 Jahren.

Die aktuelle Zeichnungsphase dauert an bis zum 24.10.2012. Interessierte Anleger finden weitere Informationen auf der Webseite von LeihDeinerStadtGeld

Quellen: Leih Deiner Stadt Geld

Geschrieben von Florian Weber in: Kommunen | Schlagwörter: , ,
20
Sep
2012

Stadtwerke Stralsund investieren mit Bürgerdarlehen in die Energiewende

Der Bürgerkredit etabliert sich immer mehr als interessante Alternative zu klassischen Kommunalfinanzierungsmodellen. Das Schleswig-Holsteinische Quickborn hat es vorgemacht, andere Kommunen wie Willich am Niederrhein zogen nach. Auch die Unternehmensgruppe Stadtwerke Stralsund entschied sich, die Bürger der Stadt um ein Darlehen zu bitten, unter anderem um in den Bau einer Biogasanlage zu investieren.

 

Es ist keine Seltenheit mehr, dass Bürger ihren Städten oder kommunalen Unternehmen ein Darlehen gewähren. Die Bürger der Hansestadt Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern machen bei dieser Entwicklung – weg von klassischen Kommunalfinanzierungsmodellen hin zu zeitgemäßen Bürgerkrediten – keine Ausnahme. In einem Zeitraum von insgesamt drei Monaten gewährten die Stralsunder der Unternehmensgruppe Stadtwerke Stralsund (SWS) Darlehen von mindestens 1.000 Euro und höchstens 20.000 Euro je Darlehensgeber. Für eine Laufzeit von drei bis maximal fünf Jahre erhalten Darlehensgeber den festen Zinssatz von 3,45 % ausgezahlt.

 

Und das aus guten Gründen – sowohl für die Bürger als auch für die Unternehmensgruppe und die Hansestadt als Wohnort und Gesellschafterin der SWS: Die Darlehensgeber erhalten eine attraktive „Wertschöpfung“ aus ihrer Investition und beteiligen sich an der Gestaltung einer nachhaltigen Energieversorgung. Darüber hinaus bietet der Bürgerkredit der SWS GmbH die Möglichkeit, neue Energiequellen zu erbauen, ihre Kunden zu binden und das Image zu stärken. „Das Bürgerdarlehen ist (…) eine spezielle Form der Kundenbindung. Damit können sich die Kunden mit  ‘ihrem Stadtwerk’ identifizieren. Auch vermittelt diese Anlageform beim Darlehensgeber eine Zufriedenheit mit seinem Stadtwerk und gibt ihm die Sicherheit in ein zuverlässiges und wirtschaftlich stabiles Unternehmen zu investieren“, verrät Tarik Kreißel von den Stadtwerken Stralsund. „Wir haben uns die Umsetzung solcher Modelle bei befreundeten Stadtwerken angesehen und uns über deren Erfahrungen informiert. Letztlich haben wir den Entschluss gefasst, dieses Projekt (…) durchzuführen.“

 

Erste Phase der Zeichnungsfrist „eher verhalten“

Ob als Anlageform, Schuldscheinverschreibung oder Darlehen: In Deutschland finden sich bereits eine Vielzahl von Modellen der Kommunalfinanzierung durch die finanzielle Beteiligung von Bürgern. Mit oder ohne BAFin-Genehmigung – Möglichkeiten gibt es viele. Die Stadtwerke Stralsund entschloss sich, dieses Projekt in Eigenregie durchzuführen. Juristische oder gesellschaftliche Hindernisse gab es laut Tarik Kreißel keine. „Im Gegenteil. Es gab nur positive Resonanzen auf dieses Projekt. Sowohl von der Bevölkerung als auch von Seiten der Bürgerschaftsmitglieder aus der Stadtpolitik, des Aufsichtsrates sowie von unserer Gesellschafterin der Hansestadt Stralsund,“ so Kreißel weiter.

 

Dennoch verlief die erste Phase der Zeichnungsfrist vom 21. Mai 2012 bis 22. Juni 2012 „eher verhalten.“ Denn „nach (…) diesem einen Monat entsprach das Ergebnis nicht unseren Erwartungen“, erklärt Kreißel weiter. Mitte Juli kam den Stadtwerken die Senkung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank zu Gute. Dadurch wurde „unsere Geldanlage mit 3,45 Prozent noch attraktiver“ und die Zeichnungsfrist bis zum 31. August 2012 verlängert. Der Ertrag aus dem Bürgerkredit soll unter anderem in den Bau einer Biogasanlage und in Windkraftanlagen investiert werden.

Geschrieben von Stella Wilkending in: Kommunen | Schlagwörter: , , , , ,
31
Aug
2012

Leih Deiner Stadt Geld!

Mit einem konkreten Finanzierungsvorhaben bringt Leih Deiner Stadt Geld (LDSG) ein neues Bürgerkredit-Projekt auf den Weg.

Nach dem Scheitern der ursprünglichen Kommunal-Bürgerkredit-Idee der Stadt Quickborn im Jahr 2009 ist das Projekt der hessischen Gemeinde Oestrich-Winkel das erste Vorhaben mit positiven Zukunftsaussichten – LDSG wirbt immerhin mit dem Segen der BaFin. Finanziert werden sollen in erster Linie Funkgeräte für die örtliche Feuerwehr. Das Finanzierungsvolumen ist mit 160.000 Euro (in zwei Tranchen zu je 80.000 Euro) vergleichsweise überschaubar.

Starttermin für das Projekt ist der 26.09.2012 – interessierte Anleger können sich bereits vormerken lassen.
Weitere Informationen: Oestrich-Winkel auf buergerkredit.de

 

Quellen: Leih Deiner Stadt Geld / Hessischer Rundfunk

Geschrieben von Florian Weber in: Kommunen | Schlagwörter: , , ,

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